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Datum: 26.02.2017
Autor: Relnor Askiri
Thema: Semantik, Planaristik
Titel: Thesis der planaristischen Elementarlehre im Kontext zur Semantik
Thesis der Semantik der planaristischen Elementartheorie

Ad Primo: Zweck dieser Thesis

Sinn und Zweck dieser Thesis ist es Collegi und Studiosi die Zusammenhänge zwischen der planaristischen Elementarlehre und der semantischen Erfassung der einzelnen Elemente näher zu bringen. Hierbei seien behandelt sowohl die Primär- als auch die Quasi- und Paraelemente welche keine direkte Repräsentierung in der bekannten Semantiklehre finden.

Ad Secundo: Das planaristische Elementarmodell

Ausgegangen wird in diesem Modell von der Existenz zweier Energieformen und vierer Primärelemente.
Diese sind die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft als Primärelemente und die Energie des Lebens und die Energie der Entropie.
Durch Kombination dieser grundlegenden Baustoffe der Materie gelangen wir zu jeder bekannten Form von Materie.

Die Primärelemente teilen sich in zwei Paare jeweils gegensätzlicher Elemente. Dies wären das Paar Feuer zu Wasser sowie Erde zu Luft. Die entgegengesetzten Primärelemente sind in ihrer Reinform nicht miteinander kombinierbar, da sie sich gegenseitig negieren würden. Die Combinatio benachbart liegender Elemente, also zum Beispiel Feuer und Erde ist hingegen sehr wohl möglich und resultiert in den sogenannten Paraelementen.
Dieser kennt der Planarist vier an der Zahl welche wie folgt benannt sind:
Erde zu Feuer: Magma
Erde zu Wasser: Schlamm
Wasser zu Luft: Eis
Luft zu Feuer: Rauch

Ziehen wir nun die beiden Energieformen hinzu ergibt sich der Zustand das beide Energieformen einander negieren. Gewinnt eine der Energieformen in einem genannten Primärelement die Oberhand so sprechen wir von Ausbildung eines Quasielementes. Dieser gibt es 8 Stück welche im Folgenden genannt werden:

Die Quasielemente der positiven Energie
Erde – positive Energie: Mineral bzw. Edelstein (Kristall)
Feuer – positive Energie: Strahlung
Luft – positive Energie: Blitze
Wasser – positive Energie: Dampf bzw. Nebel

Die Quasielemente der negativen Energie
Erde – negative Energie: Staub
Feuer – negative Energie: Asche
Luft – negative Energie: Vakuum
Wasser – negative Energie: Salz

Jedes der dedizierten Primär, Para und Quasielemente beansprucht eine eigene innere Ebene für sich, deren Physis eine extreme Ausprägung des dominanten Elementes ist.
Zu der Thematik der inneren Ebenen und allgemeiner planaristischer Fragen verweise ich auf meine Arbeit „Einführung in die Planaristik“.

Ad Tertio: Die Elemente in der Semantik

Wer sich eingehender mit der Semantik beschäftigt deren die 26 bekannten Worte der Magie zugrunde liegen wird feststellen das es nur 3 Runen gibt die unmittelbar Elemente symbolisieren sowie nur eine einzige welche „Energie“ desginiert. Aufgrund der Ausprägung die Zauber haben welche sich dieser Rune bedienen kann davon ausgegangen werden das hier die positive Energieform gemeint ist.

Um alle weiteren Elemente darstellen zu können benötigt man demzufolge Kombinationen der vorhandenen Runen.
Die existenten originären Elementarrunen sind:

Flam für das Primärelement Feuer
Hur für das Primärelement Luft
Ylem für das Primärelement Erde

Hinzu kommt die Rune Grav welche sowohl für Feldeffektzauber verwendet wird, als auch mit Energie assoziiert wird. Hierzu vergleiche man die Formulae Vas Ort Grav und Por Ort Grav.
Alle Para und Quasielemente und das Primärelement Wasser müssen vermittels der bestehenden Runen durch Combinatio derselben dargestellt werden.
Betrachtet man dies in Zusammenhang mit der Elementartheorie von zwei jeweils entgegengesetzten Elementen so ergibt sich der Schluß das ein Element durch verwendung der Negation seines entgegengesetzten Elementes erzeugt werden kann.
Exemplarisch sei hier das Primärelement Wasser angeführt welches über keine eigene Rune in der Semantik verfügt. Diese müßte demgemäß über die Negation des entgegengesetzten Elementes (Feuer) erzeugt werden. So postuliere man hier die Formel „An Flam“. Negiere das Feuer um Wasser zu erhalten.
Dies fortführend müßte man eine Äquivalenz zwischen „An Hur“ und „Ylem“ vermuten welche aus rein astraler Sicht vermutlich gegeben ist, jedoch sich nicht praktisch nachweisen läßt.
Praktische Hinweise liefert die Formula Kal Vas Xen An Flam, welche ein Wasserelementar hervorbringt. Hier zeigt sich das das Wasser in der Tat durch Negation von Feuer dargestellt wird.

Ad Quarto: Die Darstellung der Paraelemente:

Da keines der bekannten Quasi und Paraelemente über eine eigene Rune verfügt müßten auch diese durch Kombination benachbarter Primärelemente (und deren Symbolen) darstellbar sein:

„Flam Hur“ wäre demgemäß Rauch
„An Flam Ylem“ stünde für Schlamm
„Hur An Flam“ für Eis und ad finitum
„Flam Ylem“ für Magma

Ad Quinto: Die Darstellung der Quasielemente:
Die Tatsache das die Quasielemente aus der Combinatio eines Primärelementes und einer Energieform entspringen macht es notwendig in der semantischen Synthesis der Formel die Energierunen zu verwenden. Dero kennen wir zwei, die da wären Ort und Grav. Wie schon vorhergehend hergeleitet spricht dies nur die positive Energieform an. Ad analogum zu den gegensätzlichen Primärelementepaaren müssen wir auch die beiden Energieformen als solches Paar betrachten. Führen wir diese Analogie weiter so gelangen wir zu dem Schluß, daß über direkte Verwendung der bekannten Energierunen nur die positiven Ausprägungen der Quasielemente erzeugt werden können. Die negativen Ausprägungen müssen vulgo über die Verwendung des entsprechenden Primärelementes und die Verwendung der Negation der positiven Energieform dargestellt werden.
Die Negation erfolgt in der Semantik grundsätzlich mittels des Wortes „An“. Eine Absenkung des Energieniveaus mittels „Des“ ist in diesem Zusammenhang insuffizient da wir eine Umkehrung der Energieform benötigen und nicht ein Absinken der Energiedichte bei Konstanz der Ausprägung.

Da die Energie in ihrer Reinform für gewöhnlich über die Rune Grav oder vermittels der Combination „Ort Grav“ wie in den Blitzzaubern angesprochen wird ist davon auszugehen das die negative Energieform vermittels „An Grav“ respektive „An Ort Grav“ angesprochen wird. Dies mag auf den ersten Blick unlogisch erscheinen negiert die Formel An Grav doch Feldzauber. Hierbei sei jedoch zu beachten das der Rune Grav in der Semantik eine Duale Bedeutung zukommt. Sie kann sowohl für einen Feldeffekt als auch einen Energieeffekt stehen und somit wäre die verwendung von „An Grav“ zur Darstellung der negativen Energie semantisch korrekt. Dennoch gebietet sich aufgrund der Nähe zu den Feldeffekten wohl eher die Anwendung von „An Ort Grav“ wobei mittels der Syllabe „Ort“ die Energiebezogenheit der Rune „Grav“ klarifiziert wird.
Die Darstellung reiner negativer Energie ist ebenso wie die Darstellung reiner positiver Energie nicht möglich, da die schädlichen Auswirkungen auf den Geist des Anwenders diesen bei dem Versuch einen Ductus zu öffnen unweigerlich töten würden. Demzufolge macht nur die Anwendung im Kontext mit Elementarrunen Sinn. Zwar ist es möglich die Energieformen in Reinheit mittels artefaktalischer Apparate darzustellen, die Konstruktion solcher Geräte ist jedoch derartig komplex das in nur wenigen Fällen der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht.

Zur Erzeugung der vier Quasielemente positiver Ausprägung lassen sich nunmehr folgende Formulae postulieren:

„Flam Ort Grav“ würde demzfolge Strahlung erzeugen. Flam spricht das Element Feuer und Ort Grav die positive Energie an. Das positive Quasielement des Feuers ist die Strahlung welche sich auf materieller Ebene in Form von Licht und Wärmeerscheinung manifestieren würde. Da die Quasielementarebene der Strahlung als gleißend helles Spiel aller erdenklicher Farben beschrieben wird ist davon auszugehen das sich vermittels Flam Ort Grav wohl ähnliche Effekte erzeugen ließen wenn auch in weit geringerer Potentia. Mittels Fokussierung ließe sich wohl auch gezielter mit der Strahlung verfahren jedoch bedürfte es wohl intensiver Studien um praktische Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken.

„An Flam Ort Grav“ stünde analog für die positive Ausprägung der Quasielemente des Wassers. Dampf oder Nebel. Die Applicatio würde demgemäß eine Wolke von heißem Dampf oder warmen Nebel hervorbringen.

„Ylem Ort Grav“ würde das positive Quasielement der Erde beschreiben welches Kristalle, Mineralien und Edelsteine sind. Dennoch steht es zur Diskussion ob die Anwendung derartig genau steuerbar wäre um einen bestimmten Typus dieses Quasielementes zu erzeugen. Immerhin bestimmt das Verbindungsverhältnis mit allen anderen Elementen sehr feinteilig über die entstehende Structura. Mit Hilfe dieser Formel reich zu werden ist nach meinem dafürhalten ausgeschlossen da es unter den Myriaden von Mineralien nur einen Bruchteil gibt die wertvoll sind.

„Hur Ort Grav“ Die Ebene der Blitze ist ein lichtdurchzucktes donnerndes Gewirr von Blitzen, ein nie enden wollender Gewittersturm. Das positive Quasielement der Luft ist ein Blitz. Die frappierende Analogie zum „Por Ort Grav“ fällt hier ins Auge. Es ist davon auszugehen das jene Formula lediglich die Durchmischung von der sowieso vorhandenen Luft und einer kleinen Menge positiver Energie in Gang setzt wodurch instantan und kurzzeitig das besagte Quasielement entsteht.

Zur Erzeugung der vier Quasielemente negativer Ausprägung ließen sich analog folgende Formulae postulieren:

„Flam An Ort Grav“ zu beachten sei das die Syllabe „AN“ erst zu dem die Energie deskribierenden Passus der Formel genannt wird, da wir nicht das Element negieren, wie bei der Darstellung des Wassers, sondern die Energieform mit der das Quasielement gebildet wird.
Das negativ geprägte Quasielement des Feuers ist die Asche. Wozu man dieses Quasielement darstellen wollen würde ist fraglich, doch würden weitergehende Studien sicherlich sinnvolle Applicationes offenbaren.

„An Flam An Ort Grav“ Die doppelte Verwendung der Syllabe an, mag den klassischen Semantiker verwunderlich stimmen. Dennoch ist es eine zwingende Notwendigkeit mangels einer einzelnen Rune die das Element Wasser beschreibt. Das zweite An negiert wie auch in unserem ersten Fall die Energieform.
Quasielementares Salz ist für Einwohner materieller Ebenen ungenießbar. Seine Salzkraft ist enorm und selbst ein kleiner Brocken davon vermag einen Brunnen auf Jahre hinaus zu versalzen. Auch hier seien weitere Studien empfohlen ehe man leichtfertig eine Anwendung versucht.

„Ylem An Ort Grav“ Die Partikel brennen in Nase und Rachen, die Sicht ist keine Handbreit alles ist trocken. Die Quasielementarebene des Staubes. In ihren Tiefen ein nahezu undurchdringlicher allen Raum füllender Treibsand an ihren Grenzschichten ein nie enden wollender Staubsturm. Vermutlich würde die Applicatio eine Wolke oder einen Haufen lockeren Staubes produzieren.

„Hur An Ort Grav“ zu guter Letzt die negative Ausprägung des Elementes Luft. Da das negative Quasielement der Luft das Vakuum ist erschließt sich der Sinn einer offenen Anwendung nicht, denn das entstehende Vakuum würde sofort von der umgebenen Luft der Atmosphäre aufgefüllt. Sinn scheint diese Formula nur dann zu machen wenn kleinere abgeschlossene Behältnisse luftleer gemacht werden sollten, wobei aufgrund mangelnder Fertigungsqualität zur Diskussion stünde wie lang sie denn auch luftleer bleiben.

Ad Sexto: Erzeugung der Elemente vermittels einer Formula

Die oben aufgeführten Formulae sind lediglich Beschreibung für die Elemente. Diese für sich allein stehend würden nichts bewirken und müssen entweder im Kontext der Rune „In“ oder der Rune „Kal“ verwendet werden. Im ersteren Fall würde die Erzeugung des angestrebten Elementes durch Auftrennung lokal verfügbarer Materie entstehen, da es sich um eine „Erschaffung“ handelt und nicht um eine Herbeischaffung aus den inneren Ebenen. Die Verwendung der Rune „Kal“ hingegen würde vermittels Beschwörungsmagie genau dies bewerkstelligen. Welche der Formulae aufwendiger, komplexer in der Durchführung und vor allem auch anstrengender für den Anwender ist ist fraglich, jedoch sei von allzu freizügigem Gebrauch von Beschwörungen abgeraten, da durch die Entstehung aus dem astralen Subplanum herausführender Ducti dessen Stabilität gefährdet wird. Auch sind Beschwörungen welcher Art auch immer gewissen Unsicherheiten unterworfen. Elementare Materie kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt von einem Elementargeist beherrscht sein. Diese zu just diesem Zeitpunkt auf die materielle Ebene zu beschwören, könnte für Anwender und Umgebung unabsehbare Folgen haben. Für unerfahrene Anwender und solche die über unzureichende Sicherrungsmaßnahmen verfügen sei daher die lokale Auftrennung vorhandener Materie mittels „In“ angeraten.

Ein weiterer Unterschied muß den Ausgangsbedingungen zufolge in der erzeugbaren Menge der genannten Elemente und deren Haltbarkeit liegen. Die Auftrennung mittels „In“ läßt stets Unreinheiten der umgebenen Materie im Ergebnis zurück wodurch der Drang nach Durchmischung und Rückkehr in den Normalzustand intensiviert wird. Vermittels „In“ erzeugte Elementarmengen werden demgemäß eine weit kürzere Verweildauer besitzen. Auch die erzeugten Mengen müssen ergo weit geringer ausfallen da die Auftrennung des materiellen Elementargemisches eine aufwendige und komplexe Angelegenheit ist. Zur Darstellung großer Mengen reiner Elemente ist daher die Verwendung von „Kal“ unumgänglich, mit den beschriebenen Nebenwirkungen und Gefahren.

Ad Septo: Weitere Hinweise und Schlußwort

Bei Arbeit mit elementarer Materie behalte man stets im Hinterkopf das die reinen Elemente extreme Ausprägungen der uns bekannten materiellen Elemente sind. Ihre Auswirkungen auf die Umgebung, und damit auch den ihnen ausgesetzten Anwender sind viel stärker und aufgrund dessen sind auch Wirkungen zu erwarten die bei normalem Umgang mit primärmateriellen Elementen nicht zu erwarten sind.
Paraelementares Eis ist um ein vielfaches Kälter als das bekannte materielle Eis. Kleine Stücken davon vermögen eine solch immense Kälte zu verströmen das ein etwa faustgroßes Stück einen mittelgroßen Raum in eisige Kälte tauchen kann. Eine direkte Berührung mit dem Eis ist für die entsprechenden Extremitäten meist fatal und führt augenblicklich zu schlimmsten Erfrierungen, so nicht entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.
Anfängern im Bereich der Elementaristik seien für erste Experimente eher die harmloseren Elemente empfohlen. Luft, Wasser, Staub, Asche stellen nur geringe Risiken dar und eignen sich für anfängliche Experimente. Von den aggressiveren Elementen wie Feuer, Blitz und Eis halte man sich fern ehe man fundiertes Wissen darüber besitzt wie man sich selbst und die Umgebung vor den Auswirkungen der freigesetzten Elementarkräfte schützen kann.

Ich hoffe dies Elaborat bringt ein wenig Klarheit in die semantische Theorie der Elementaristik und spornt junge Adepti zu Forschungen an, jedoch immer im Hinblick auf die Sicherheit der Forschenden.

ich verbleibe somit in collegialer Hochachtung

Relnor Askiri
Konzilsvorstand
Erzmagier