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Datum: 26.02.2017
Autor: Pydrian Phortinar
Thema: Semantik, Planaristik
Titel: De Applicatio Lor Ort Quas
.PRAEFAETIO.

Das Astralnetz, die arcane Matrix, die astralen Fäden oder Fila astralia mit ihren endlosen Nodices die sie im Planum astrale bilden, stellen die alleräußerste Grundlage der Magieanwendung, ja man könnte fast behaupten den Zusammenhalt des Weltengefüges selbst dar. Für den Zaubernden ist die Kenntnis dieser Matrix aus Energiefäden zugleich notwendig für eine Manipulation derselben, also die Zauberei selbst, und für die genaue Analysis von praktischen Gegebenheiten, zum Beispiel in der Artefaktologie. Eine Applicatio die eine solche Analysis vereinfacht und versteckte (denn dies ist ja die Bedeutung des Arcanen) Structuren sichtbar macht ist demnach ein nützliches metamagisches Werkzeug in den Händen eines jeden Magus.

.PROCEDVRA ET EFFECTIO.

Der Zaubernde beginnt mit der ersten Säule: Focus. Dazu mag es günstig sein, sich erst in einer Meditation auf die Umgebung einzustimmen oder (im Fall der Analyse eines mobilen Objectums) sich an einen vertrauten Ort zu begeben. Die Applicatio verlangt explizit keine stricte Gestik, jedoch ist es gebräuchlich den Index und Medius an die Schläfe zu führen, als Zeichen der Konzentration.
Die Augen des Zaubernden bleiben geöffnet, was es drastisch erschwert die Applicatio an hektischen (ein naher Kampf, eine Straße…) oder bewegten (ein fahrendes Schiff, Kutsche,..) zu wirken. Die Zeit die der Zaubernde in die Vorbereitung investiert ist proportional mit der Genauigkeit des Einblickes den er erhält.
Die beiden folgenden Säulen der Verba Arcana und der Paraphernalia werden in seperaten Kapiteln behandelt.
Der Kraftfluss als vierte und letzte Säule ist beim Lor Ort Quas ein langandauernder, geringer und stetiger. Es bedarf viel Übung einen solch kleinen Strom an Energie fließen zu lassen, eine zu große oder stockende Investition würde selbst eine Veränderung in der Astralmatrix hervorrufen und das Bild das der Anwender erhält verfälschen und damit zunichte machen. Die Astralkraft die der Zaubernde aufwendet wird zum Groß zur Lumifizierung verwendet, selbst eine leichte Manipulation ist durch den metamagischen Zusammenhang ja nicht erwünscht.
Solange es dem Zaubernden beliebt, sein Focus bestehen bleibt und er noch über Astralkraft verfügt, solange kann er die Applicatio aufrecht erhalten. Während dieser Zeit, in der der Anwender seine Kraft wohldosiert fließen lässt, offenbart sich seinem Auge ein anderes Bild. Er nimmt nunmehr unser Planum nurmehr als Schatten im Hintergrund war, Farben verfliegen ganz und gar. An Orten starke magischer Präsenzen sind sogar nurmehr Umrisse der Corpora von Objecti und Subjecti erkennbar. Jedoch zugleich sieht der Zaubernde einen Teil des Planum astrale: Die Arcane Matrix selbst, ihr komplexes Netz aus den Fila astralia wird sichtbar. Die Astralfäden erscheinen erleuchtet und schimmern je nach Energiereichtum in einem helleren oder dunkleren, rötlichen Schein.
Nach beenden der Applicatio benötigt das Auge des Zaubernden einige wenige Herzschläge um das gewohnte Bild, unser eigen Planum, wieder deutlich darzustellen.

.VERBA ARCANA.

Die Applicatio verwendet drei Verba: Lor Ort Quas.
Lor in der Bedeutung des Lichtes dient der Luminifizierung, der Komponente welche die Zielstructuren erleuchten will. Ort ist eine Descriptio der Structura selbst und weißt mit der Bedeutung der Magie oder auch der Astralkraft darauf hin, dass es sich mitnichten auf eines der Elemente oder eine Creatura bezieht, sondern auf einen Kernaspekt der Zauberei selbst (Metamagie, siehe weiter unten). Das Verbum Quas vermittelt zweierlei: In der Bedeutung einer „Illusion“ ist es ein weiteres Descriptivum der Zielstructur, welches erneut kenntlich macht dass es sich, zwar nicht um eine tatsächliche Illusion, sehr wohl aber um eine extraplanare Structura handelt. Weiters wird in Zusammenhang mit der Bedeutung des Verbums Quas oft das Versteck oder die Verstecktheit erwähnt. Bei dieser Applicatio ist dies ebenso schlüssig, sind doch die Astralfäden für das nackte Auge verborgen.
Der Versuch einer wörtlichen Übersetzung würde demnach lauten: „Erleuchte die Magie, welche versteckt ist.“

.PARAPHERNALIA.

Eng verknüpft zum Verbum Lor ist naheliegenderweise die Schwefelige Asche als Paraphernalium. Sie wird in diesem Rahmen auch beispielsweise in der Applicatio In Lor verwendet und dient dort wie auch hier zur hervorrufung des luminifizierenden Effectes. Sie erfüllt eine simple, jedoch essentielle Aufgabe: Das aufleuchtenlassen der Fila astralia.
Es wäre schwierig für den Anwender die oftmals auch nur haarfeinen Fila zu erkennen, weshalb die Einbindung der Mandragora als Reagenz zur amplifizierung, als Energiefocus, sinnvoll erscheint. Durch die Verwendung der Alraunenwurzel als Potenzmittel lassen sich also selbst feine Nodices und Fila erkennen, sind doch gerade die Details in der Ars magica oftmals das Essentielle.
Eine Einbindung von Spinnenseide erscheint auf den ersten Blick womöglich nicht vollständig gerechtfertigt, wird sie doch in klassischem Bezuge in Zusammenhang mit Beschwörungen und Beeinflussungszauberei gebracht. Es scheint jedoch so, dass die netzartige Verknüpftheit, die gewobene Spinnenseide besitzt eine so gute Resemblierung der arcanen Matrix darstellt, dass sie als Analogum der Zielstructura dienlich ist.
Ebenso ist zum Verständnis der Verwendung der Schwarzen Perlen als Paraphernalium eine nähere Betrachtung notwendig. Es werden Teile eines fremden Planums sichtbar gemacht, welches unsere Welt zwar durchdringt, uns jedoch naturell doch relativ „entfernt“ ist. Der Staub der Schwarzen Perle hilft durch seine positive Beeinflussung, unter anderem auch von Teleportationen und ätherischen Reisen, dem Anwender das fremde Planum astrale im übertragenen Sinne „näher“ zu bringen und wirkt weiters als Energiefocus.

.CONCLVSIO.

Wie bereits eingangs erwähnt ist dieser Zauberspruch ein relevantes Mittel in vielen Disziplinen der Ars magica. Artefaktologie, Creaturologie und Planaristik seinen als Beispiele genannt. Es ist eine Applicatio die viele Erkenntnisse der Magie möglich gemacht hat und als Methode zur Analysis arcaner Vorgänge ein solides und wertvolles Werkzeug in den Händen eines Magus.

FINIS