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Datum: 26.02.2017
Autor: Zardron
Thema: Kreaturologie
Titel: Eigenschaften von “natuerlichem Leben“
Hinweis: Dieses Traktat beschaeftigt sich mit den Eigenschaften und dem Aufbau natuerlichen Lebens. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Definition von „natuerlichem Leben“; es meint all das Leben, welches seinen Urspruung eindeutig in dem unseren Planum hat. Dies jedoch ist nur eine hinreichende Bedingung und schliesst widernatuerliches Leben nicht aus, betrachtet man alleine mal die Praesenz von untoten, wie auch daemonischen Wesenheiten in unserem Planum. Als notwendige Bedingung muss fuer jede Form von Leben, um als „natuerlich“ anerkannt zu sein, also gelten, dass es durch Fortpflanzung entstanden ist, sprich der Paarung von maennlichen und weiblichen Subjekten einer Spezie(auch eine Paarung zwischen 2 verschiedenen Rassen kann stattfinden und auf diese Weise natuerliches Leben erzeugen, so sie denn Erfolg hat). Widernatuerliches Leben kann diese Eigenschaft der Fortpflanzung nicht vorweisen.
Pflanzen, denen man auch ein gewisses Leben nachsagt, fallen ebenfalls aus dem Rahmen dieses Traktates, da sie weder handlungs-, noch kulturbefaehigt sind.

1. Differenzierung der Charakteristik

Jedes Lebewesen hat gewisse Eigenschaften, die es charakterisieren. Ein ganz besonderes Merkmal, welches oft genutzt wird, um den Wert eines Individuums zu bestimmen, ist der Grad seiner Entwicklung. Die verschiedenen Rassen sind in unterschliedlichem Maße dazu begabt eine Kultur zu praegen. Die menschliche, zwergische und elfische Kulturen werden allgemein als die am hoechsten Entwickelten angesehen, da vorallem auch der technologische Standard allen anderen weit ueberlegen ist, aber auch der geistliche und soziale. Eine Stufe darunter stehen die Kulturen der Orks und Goblins, deren soziales Gefuege und gesetzliche Rahmen durch „das Recht des Staerkeren“ gepraegt wird. Noch tiefer stehen die zu Sippen zusammen gerauften, humanoiden Wesen, wie beispielsweise Oger, Ettins oder Trolle. Die unterste Stufe der Entwicklung sind wohl unverkennbar die Tiere, die keineswegs mit einer kulturbildenen Eigenschaft ausgestattet sind.
Neben dieser Unterscheidung unterliegen jedoch alle Lebewesen bestimmten Zwangen und Trieben, die in allen Rassen und Lebensformen gleich vertreten sind. Dabei handelt es sich um alltaegliches, dessen ausuebung wir uns teil gar nicht mehr bewusst sind und sie routinemaessig ablaufen lassen. Ueberlebensnotwendig ist die Atmung, ohne die ein jeder ersticken und auf qualvolle Weise sterben wuerde. Auch wenn sie auf unterschiedliche Weisen erfolgt ist ihr Prinzip immer das selbe; Fische atmen durch die sogenannten „Kiemen“, Landwesen jedoch durch ihre Lunge. Auch die Nahrungsaufnahme ist von Noeten, um die lebenserhaltenden Funktionen des Koerpers zu sichern.

Eine erfreuliches, wie auch unerfreuliches Ereignis gehoeren mit zum Leben, denn jedes Leben muss geboren werden und auch unweigerlich wieder sterben, so seine Zeit gekommen ist. Leben ohne Geburt uns Tod ist nicht denkbar.
Um den Fortbestand einer Spezie zu sichern, unterliegen die einzelnen Exemplare einem gewissen Fortpflanzungstrieb, der alle anderen Triebe zu ueberschatten vermag, so die Paarung laengere Zeit ausbleibt; andere lebenswichtige Triebe, wie der Harndrang oder der Ernaehrungstrieb, koennen und werden jedoch nicht ueberschattet, da sie die Existenz des Exemplares gefaehrden wuerden. Niederere Tiebe, wie den Sozialtrieb, der ein Lebewesen aus der Einsamkeit treibt, um sich mit anderen Wesen seiner Art zu einer Gruppe zusammen zu schliessen, koennen durch den Fortpflanzungstrieb allerdings unterdrueckt werden.
Diese physischen und psychischen Triebe sind bei allen Lebewesen vorhanden.

2. Anatomielle Differenzierung

Der offensichtliste Unterschied zwischen den verschiedenen Rasse und Arten ist wohl ihr unverkennliches Äusseres. So ist es nicht schwer, einen Drachen von einem Orken zu unterscheiden oder einen Menschen von einem Reh. Der Unterschied liegt in der Koerpergroesse und das damit verbundene Gewicht, in der Art ihrer Oberflaeche(diese kann von Haut ueber Fell bis hin zu Schuppen reichen), in ihrer Koerperform(2- oder 4-beinig, mit oder ohne Schwanz etd.), in ihrer Fortbewegungsweise und in vielen weiteren kleinen Aspekten, die es alle auf einmal aufzuzaehlen schier unmoeglich erscheint auf Grund ihrer imensen Anzahl. Auf diese Weise laesst sich ein Lebewesen aeusserlich beschreiben und die Mischung dieser Aspekte gibt immer eine einzigartige Lebensform, die pro Exemplar jeweils immer diese Eigenschaft aufweisen mit nur geringfuehgigen Abweichungen – beispielsweise sind nciht alle Menschen gleich gross, haben die selbe Haarfarbe und der gleiche, aber dennoch verbinden sie viele Kleinigkeiten zu einer Rasse. Dennoch gibt es in jeder Rasse sonderlinge, die auf auffaellige Weise in einem Merkmal, dass ueblich bei allen anderen Exemplaren einer Rasse zu finden ist, abweichen von der Norm; in diesen Faellen spricht man von Missbildungen. Wie derlei Dinge zustande kommen, mag ich nur zu mutmaßen, doch will ich keine Aeusserungen treffen, die ich in nichtabsehbarer Zukunft widerrufen muesste. An anderer Stelle widme ich mich eventuell einmal mit diesem Thema.
In dieser Vielzahl von Unterschieden, die die unzaehligen Lebensformen gaenzlich von einander zu trennen scheint, uebersieht man leicht die vielen Gemeinsamkeiten, die teils wahrlich nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind: Die Anatomie alles natuerlichen Lebens weisst Parallelen bis Kongruenz auf. Jedes Lebewesen braucht Sinnesorgane, um sich in seiner Umwelt zu orientieren. Auch wenn sie von Lebensform zu Lebensform unterschiedlich stark ausgepraegt sind, so dienen sie dennoch alle dem selben Ziel: Augen sind zum Sehen, Ohren zum Hoeren, Mund und Zunge zum Schmecken, Nase zum Riechen. Auch weitere Organ sind bei allen Wesen gleich, so haben sie alle einen Blutkreislauf und ein Herz, das das Blut durch den Kreislauf pumpt, ein Gehirn, dem unser Bewusstsein nachgesagt wird, eine Lunge, die zur Atmung dient, sowie Magen und weitere Verdauungsorgane.
Eine Notwendigkeit fuer natuerliche Lebensformen ist vorallem die Fortpflanzung und so weisst jedes Wesen Geschlechtsorgane, die zur Paarung dienen, auf, die es als maennlich oder weiblich kennzeichnen.

3. Symbiose von Physe und Psyche

Einem jeden Magus oder auch schon weiter unterrichtetem Magiekundigen ist die Tatsache nicht fremd, dass ein jedes Leben aus 2 ineinander verwobenen arkanen Mustern besteht, namentlich aus einem Corpus und dem, was volkstuemlich als Seele bezeichnet wird. Eine Trennung dieser beiden Muster wird als Tod bezeichnet und ist unter normalen Umstaenden nicht rueckgaengig zu machen. Rein semantisch muesste die Formula „An Corp“ einen Toten wiedererwecken, jedoch waere der Energieaufwand derartig hoch, dass das Siegel der Daemmerung Gefahr laufen wuerde, zu brechen, und ist aus diesem Grunde praktisch nicht durchfuehrbar. Es gibt zwar viele Berichte ueber Wiederbelebungen, doch nur bei wenigen Faellen war diese wirklich erfolgreich und/oder sind von zweifelhafter Herkunft; Einige wuerden diese Erzaehlungen als Maerchen bezeichnen.
Es ist also offensichtlich, dass weder der Koerper, noch der Geist alleine existieren kann, sondern beide sind gegenseitig aufeinander angewiesen. Es laesst sich eine hegemoniale Stellung des Geistes ueber den Koerper in dieser symbiotischen Beziehung feststellen, da der Koerper der Koordination des Geistes bedarf, wobei die Psyche jedoch leichter zu beeinflussen ist als die Physe. Die Psyche kann Wahrnehmungen derartig manipulieren, dass Eindruecke von der Physe anders aufgenommen werden als sie tatsaechlich von der Realitaet vorgegeben werden. Dieses Verhalten laesst sich bei allen Sinneswahrnehmungen feststellen. 2 Beispiele sollen dies an Hand von mir selbst entwickelten Aplicationes verdeutlichen:

I Das Empfinden von Schmerzen:
Die Kombination der Runen „Uus Wis Mani“ liefert eine Aplicatio, welche die Empfindlichkeit der Sinneswahrnehmung „Fuehlen“ drastisch intensiviert. So wird jeglicher noch so harmlose Schmerz in enorm verstaerkter Form wahrgenommen, was das Wesen ausser Stande bringt rational zu handeln, obwohl dies mit der Realitaet keineswegs uebereinstimmt. Die benoetigten Paraphernalia sind Blutmoos zur Erhoehung der Flexibilitaet der Wahrnehmung und Nachtschatten zur letztendlichen Intensivierung.

II Beeinflussung der Sehfaehigkeit:
2 relativ simple Aplicationes dienen der Beeinflussung der Sehkraft und erzeugen ein keinenfalls mit der Realitaet uebereinstimmendes Lichtverhaeltnis im Auge bzw. im Bewusstsein des Betroffenen. Die erste Formula heisst „Des Lor“, welche demjenigen, der der Wirkung der Aplicatio unterliegt, das Licht nur in getruebter Weise erscheinen laesst und somit jegliche Sillouette als verzerrte und unkenntliche Form wirkt. Die dazu benoetigten Paraphernalia sind Nachtschatten fuer die deminuierende Wirkung und Spinnenseide fuer die Bindung der Wirkung an den Betroffenen.
Die zweite Formula lautet „In Vas Lor“, welche dem „Opfer“ einen grellen Lichtblitz erscheinen laesst, der es fuer einige Sekunden stark blendet. Die Aplicatio benoetigt die selben Paraphernalia wie der In Lor, jedoch zusaetzlich noch eine Alraune als Staerkefokus.

Abschliessende Anmerkung: All diese Ergebnisse beruhen auf praktischer Erfahrung und koennen durch bisherige zu diesem Thema existierende literarische Quellen bestaetigt werden. Jede Form von Leben, die sich den oben genannten Eigenschaften entzieht, kann als „widernatuerlich“ bezeichnet werden.

Zardron,
Studiosus der arkanen Kuenste,
Schueler von Vhargyn de Sanguar,
Anwaerter der Magica Phaenomina