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Datum: 26.02.2017
Autor: Rielryn
Thema: Sonstiges
Titel: Oberweltliche Magie
Zu Beginn dieser Abhandlung hier ein Zitat aus dem Werk „Die verbotene Frucht“ des Grossmeisters Ranaghar Noquar:

„Es gibt zwei Arten von wissenschaftlichem Fortschritt: Methodische Experimente und methodische Kategorisierung zur allmählichen Erweiterung der Wissensgrenzen, sowie der revolutionäre Geniestreich, mit der diese Grenzen neu definiert und überschritten werden. Wir stehen in der Schuld der ersteren, sehnen uns jedoch nach der letzteren.“

Die Essentia Arcana, ein Traktat betreffend die oberweltliche Magie, befasst sich mit den Mechanismen und Prinzipien, auf denen diese beruht, desweiteren werden Verfahrensweisen beschrieben.

Es gibt mehrere Arten der Angewandten Magie auf der Oberwelt dieses Planums. Zum einen gibt es die ordinaere, semantische Form der Magie. Saemtliche bekannten Formeln dieser Gattung stehen in den Zauberbuechern der Wirkenden. Diese Form der Magie koennte man als Spontane Magie kategorisieren.
Sie ist es, die bisher den umfangreichsten Forschungen unterlag, die meisten Aspekte der Spontanen Magie sind der Wissenschaft mittlerweile recht gut bekannt, und grosse Teile dieses Traktates behandeln dieses Feld.
Spontane Magie, Magie der Gelehrten.

Hexenmagie ist eine Form des Zauberns, ueber die bisher wenig bekannt ist. Lediglich rudimentaere Kenntnisse zu Funktions- und Verfahrensweisen sind bekannt. Alle Gesetzmaessigkeiten der Spontanen Magie treffen auch auf die Magie der Hexen zu, sprich, auch Hexenmagie ist Teil der Semantischen Lehre.
Allerdings klaffen grosse Wissensluecken auf, die der wissenschaftlichen Untersuchung harren.
Die Forschung am lebenden Subjekt hat sich bisher am vorteilhaftesten erwiesen, und so muss vordringlichstes Ziel sein, auf diese Weise mehr ueber die Hexenmagie zu erforschen, da sie machtvolle Applicati enthaelt, ein breites Wirkungsspektrum abdeckt und recht einfach zu beherrschen ist; zumindest fuer entsprechend begabte Subjekte.
Hexenmagie, Magie der Emotionen.

Klerikale Magie entspringt dem Glauben lebender Subjekte an tatsaechlich existente Subjekte hoeherer Ordnung. Hier wird vom entsprechenden Kleriker ein sogenanntes Wunder erbeten; der Kleriker versenkt seinen Geist ins Gebet zu dem von ihm verehrten Subjekt hoeherer Ordnung. Jenes Subjekt wirkt im Erfolgsfalle den erbetenen Zauber und benutzt den Komplex Animus/Corpus des Klerikers als Bruecke, welche die entsprechende Structuratio uebertraegt und in diesem Planum emittiert.
Wirkungsweisen und Mechanismen der Formung dieser Structuratio sind noch weniger erforscht als dies bei der Magie der Hexen der Fall ist; auch die Verfahrensweisen der Subjekte hoeherer Ordnung sind groesstenteils unbekannt, moeglicherweise bringen Erkenntnisse auf diesem Gebiete auch keinerlei Nutzen. Denn die erbetenen Wunder, in diesem Planum als Structuratio Magica manifestiert, werden in einem anderen Planum geformt und vom Medium nur emittiert.
Klerikale Magie, Magie des Glaubens.

Recht aehnlich verhaelt es sich mit dem Schamanismus, wie er von Orken, Goblins, zum Teil auch Druiden menschlicher Abstammung betrieben wird. Der Schamane tritt hierbei in Kontakt mit Geisterwesen. Dieser Kontakt wird ermoeglicht durch einen der Trance aehnlichen Zustand, der mittels Rauschkraut erzeugt wird, etwa einem halluzinogen wirkenden Pilz, wie ihn die Goblins anbauen und zum Verkauf feilbieten.
Auf bislang unbekannte Art und Weise tritt der Animus des Subjektes eine Reise in das Planum der Geisteswesen an, kontaktiert diese und erwirkt im Erfolgsfalle einen Beistand in Form der Wirkung einer Structuratio Magica.
Der Schamane versetzt sich hierzu in jenen tranceaehnlichen Zustand und versucht, einen Fuehrer durch das Reich der Geister zu finden, welcher ihn schuetzt und zu jenen Geistern fuehrt, zu denen er Kontakt wuenscht.
Sehr haeufig werden hierbei auch Opfergaben gebracht, um die Geister gnaedig zu stimmen. Spezielle Schwerpunkte des Schamanismus sind Anrufung, Heilung und Hellsicht.
Schamanismus, Magie der Geister.

Elfische Magie ist ein recht interessantes Feld. Elfen verfuegen von Geburt an ueber gewisse magische Faehigkeiten. Sie verstaerken ihre Affinitaet nicht durch Uebung oder die Erforschung besserer Verfahrensweisen. Vielmehr waechst die Faehigkeit eines Elfen, sein sogenanntes Taubra zu wirken, mit dem Alter, ueber die Erfahrung.
Elfen beziehen ihre magischen Wirkungen aus der Interaktion mit der Natur.
Viel ist nicht bekannt, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse hierzu gibt es fast gar keine. Fakt scheint jedoch zu sein, dass sich Elfen als Teil ihrer Umwelt identifizieren, auf unerklaerte Weise magische Energien aus ihrem Umfeld ziehen und diese Kraft ihres Willens frei formen.
Auffaellig ist, dass es keine magisch unbegabten Elfen gibt. Allerdings ist auch nicht ein einziger Fall bekannt, dass ein Elf jemals ueberdurchschnittlich magische Kraefte besessen haben sollte. Elfische Magie beschraenkt sich auf Anwendungsgebiete, die der Lebensweise dieser Rasse entsprechen. So wird man keinen Kampfzauber finden, waehrend die Kunst der Illusion recht hoch entwickelt zu sein scheint.
Elfenmagie, Magie der Natur.

Rituelle Magie beruht auf aufwendigeren Bedingungen, unter denen die Structuratio Magica einer Applicatio geformt wird. Rituale findet man in allen Bereichen der Magie wieder, abgesehen von der Spontanen Magie.
Ein Ritual ist ein festes Verfahren. Dies kann unterschiedlicheste Formen aufweisen, abhaengig von der Herkunft. Desweiteren gibt es Rituale, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sorgsam konstruiert wurden.
Rituelle Magie hat zumeist mit Beschwoerung zu tun: Geister, Daemonen, Goetter, Magie oder Energie.
Rituelle Magie, Magie nach Verfahrensordnung.

Schon bei oberflaechlichster Betrachtung faellt auf, dass die Spontane Magie der Oberwelt dieses Planums in acht Zirkel geteilt ist.
Abgesehen von der vom Zaubernden aufzuwendenden Astralenergie, scheint es keine Unterscheidungskriterien zu geben.
Auffallend mag allenfalls sein, dass gewisse Applicati sogenannte „hoehere Reagenzien“ benoetigen.
Dies sind Paraphernalia, welche die Potentatio der Structuratio Magica der betreffenden Applicatio erhoehen und, laienhaft ausgedrueckt, ihm so eine hoehere Stabilitaet, Macht verleihen.
Wir unterscheiden zwischen den Spruechen der Nichtmagier, Magiekundigen, Magi und Arcomagi.

Die Structuratio einer Applicatio setzt sich zusammen aus Variablen, welche Wirkungen beinhalten.
Eine Structuratio bezieht ihre Wirkungen aus den Paraphernalia. Dies sind Blutmoos, Nachtschatten, Ginseng, Knoblauch, Spinnweben, Alraune, Schwefelasche (nicht zu verwechseln mit Schwefel) und Schwarze Perle.

Desweiteren gibt es, wie oben angefuehrt, noch Paraphernalia, welche die Potentatio beeinflussen, sowie diverse Ingridenzien, welche eindeutig magische Emissionen aufweisen. Letztgenannte ermoeglichen eventuell weitere Spielarten der Magie, welche bisher allerdings nicht weiter erforscht wurden.
Teilweise werden sie fuer alchimistische Zwecke benutzt, einige moegen Paraphernalia fuer Sprueche der Arcomagi sein (meine Kenntnisse sind begrenzt auf den Stand einer Maga).

Henkersmuetze, Roheisen, Obsidian, Blutgezuecht und Schlangenskala zaehlen zu den die Potentatio erhoehenden Paraphernalia.

Weitere bekannte, Wirkungen oder verstaerkte Potentatio beinhaltende Stoffe sind Fluegel von Fledermaeusen, Schwarzmoor, Menschenblut, Menschliches Gebein, Schwefel, Gebeine von Daemonen, Fruchtbare Erde, Drachenblut, Auge des Molches, Bimsstein, Vulkanasche, Totes Holz und Wyrmherz.

Auffaelligstes Merkmal einer Applicatio duerfte fuer den Laien die Formel sein, bestehend aus den Verba Arcana An, Bet, Corp, Des, Ex, Flam, Grav, Hur, In, Jux, Kal, Lor, Mani, Nox, Ort, Por, Quas, Rel, Sanct, Tym, Uus, Vas, Wis, Xen, Ylem und Zu.
Zwei dieser Verba werden von keinem in normalen Zauberbuechern aufgefuehrten Applicati verwendet: Tym und Zu. Dieser Umstand impliziert, dass es sich bei heutigen Spruchbuechern um unkomplette Werke handelt.

Mechanik und Mechanismen der Arkanen Kraefte sind immer wiederkehrende, leicht zu analysierende Faktoren. Diese Faktoren sind es, die als Variablen die Structuratio Magica einer Applicatio formen, gefuehrt von der Fokussierung durch den Zaubernden.

Innerhalb eines Planums sind Applicati raeumlich unabhaengig, allerdings zeitlichen Grenzen unterworfen. Dies sind die zwei Konstanten, innerhalb derer sich alle gewobene Magie bewegt. Folgerichtig ist somit die Erkenntnis, dass eine Applicatio unabhaengig vom Punkt im Raum ihre Wirkung entfaltet. Der Ort des Zaubers hat keinen Einfluss auf die Wirkung desselbigen, allerdings gibt es einige wenige Orte, an denen Magie nicht, oder nur in eingeschraenktem Masse funktioniert.

Die Zeit ist ein gewichtiger Faktor; Eine Applicatio beginnt und endet.
Sie entfaltet ihre Wirkung zum Zeitpunkt der Vollendung der strukturellen Formung und verliert sie mit Aufloesung der Structuratio. Dieser Zeitraum ist partiell abhaengig von der Zauberkraft des Anwendenden. Auch die Resistenz gegen Magie eines fokussierten Subjektes spielt in einigen Faellen eine Rolle, beispielsweise bei der Applicatio An Ex Por.

Die Rollen der Bestandteile einer Applicatio Magica sind, bei naeherer Beleuchtung, ebenfalls recht unkompliziert und daher leicht zu erklaeren.

Die Verba Arcana implizieren dem anwendenden Subjekt das zu formende Muster aus den Astralen Kraftlinien, aus denen jegliche Structuratio Magica besteht.
Laienhaft ausgedrueckt, bewirken die Verba Arcana, auch genannt Worte der Magie, dass dem Zaubernden auf unerforschte Weise der Bauplan suggeriert wird. Dieses Muster ist es, welches geschaffen werden muss, um die appropriate Structuratio zu formen.

Die Paraphernalia liefern dazu, wie oben angefuehrt, die Wirkungen, beziehungsweise die Verstaerkungswirkung der Potentatio. Sie sind vonnoeten, um die Variablen der Applicatio, die Wirkungen der Structuratio, zu liefern.

Geformt wird die Structuratio mittels astraler Energie des applizierenden Subjektes, des sogenannten Mana.

Der Zaubernde richtet seine Aufmerksamkeit auf das Ziel der Applicatio. Dieser Vorgang wird Fokussierung genannt. Er erfordert hoechste Konzentration und laugt geistig aus.

Um aus den Wirkungen der Paraphernalia anhand astraler Energie eine temporale Verformung des Astralen Gewebes zur Formung der Structuratio Magica durchzufuehren, werden die Runen, aus denen die Formel besteht, mit den Haenden in die Luft gezeichnet. Aus diesem Grunde ist es nicht moeglich, einen Zauber zu weben, solange man etwas in der Hand haelt. Ist man durch Verfluchung eines Dinges an diesen Gegenstand gebunden und kann ihn nicht aus der Hand legen, ist jegliches Wirken von Magie ausgeschlossen.
Desweiteren spielt es eine Rolle, in welcher Geschwindigkeit die Runen gezeichnet werden.
Diese Handbewegungen ermoeglichen dem Zaubernden, die einen jeden umgebenden Kraftlinien zu manipulieren, da durch das Formen der Structuratio auf unbekannte Weise eine Connectio zwischen Corpus des Zaubernden und Astralem Gewebe entsteht.

Jeder Zirkel der Magie enthaelt eine Anzahl von Spruechen, die mehr oder weniger Aufwand erfordern. Messbar ist dieser zum einen an der Menge des vom zaubernden Subjekt aufzuwendenden Mana; Zum anderen an der Geschwindigkeit, in der die Runen der Verba Arcana, aus denen die Formel besteht, in die Luft gezeichnet werden.

Man kann also sagen, die Applicatio Flam Sanct erfordert weniger astrale Energie als die Applicatio Kal Vas Xen An Flam. Man kann ebenfalls sagen, das Sprechen eines Flam Sanct geht schneller vonstatten als das eines Kal Vas Xen An Flam.