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Datum: 25.02.2017
Autor: Lisuar Gwiri
Thema: Semantik
Titel: Die Applicatio REL POR
Die Applicatio Rel Por ist im dritten Zirkel der Magie zu finden und benötigt folgende Paraphenalien:

Blutmoos und der Alraune

Die Zusammenwirkung dieser beiden Paraphenalien und das Verbum Arcanum Rel Por bewirken, daß sich der Anwender, welcher sich diesem Spruche bemächtigt, von einem Orte zu einem anderen transportiert wird.
Der Anwender wird somit innerhalb eines begrenzten Bereiches von vierzehn Schritten innerhalb seines Sichtfeldes teleportiert und zu einem anderen Orte gebracht, welchen er zuvor fixiert und gewählt hat.

Die Paraphenalien, welche dem Verbum Arcanum REL POR seine Wirkung verleihen:

Das Blutmoos
Selbiges Gewächs bekommt nur in höheren Gefilden vor, sprich Bergregionen, welche die entsprechenden Grundlagen, um dem Wachstum zu frönen, bieten.
Auch auf kleineren Felsen ist es zu finden, jedoch schwer zu erkennen, da es doch meist unter anderem Kraute versteckt liegt.
Bedingt seiner in die Breite und nicht in die Höhe nutzenden Fläche, kann sich dem Blutmoos kein Wind entgegenstellen und seinen zarten, winzigen Trieben etwas anhaben.
Der Boden auf welchem es wächst muß feucht sein, doch würde ein vertrockneter Boden dem Moose nichts anhaben, da die Sporen dieses Gewächses auch auf Dauer der Trockenheit entgegen trotzen.
Blutmoos wächst das ganze Jahr und ist auch in großen Mengen verfügbar, jedoch der Aufstieg in die Berge mühselig und beschwerlich, so daß es doch erhebliche Mühen gar kostet, Selbiges zu ernten.
Seine volle Reife entwickelt das Blutmoos wenn es von seiner Sprößlingsfarbe Grün in ein purpurnes Rot wechselt.
Erst dann entwickelt Blutmoos seine wirkliche Kraft und zwar der Schnelligkeit und der Bewegung.
Eine Züchtung dieses Gewächses scheiterte in meinem Garten, da mein Haus zu Nahe am Meere liegt und das Salz welches dem Meerwasser entspringt, einem Wachstum hinderlich ist.

Die Alraune
Eine gar robuste Pflanze, welche auch auf schlecht gedüngtem Boden zu wachsen vermag. Sie ist seltenst von Parasiten befallen und selbst wenn dem der Fall wäre, so würde es dem eigentlich wichtigen Teil der Pflanze, der Wurzel selbst, keinen Schaden zufügen.
Der über der Erdgrenze befindliche Teil jenes Gewächses gleicht einem kleinen Dornenbusch, jedoch hat die Alraune keine Dornen.
Eines Mannes Fußhoch wächst selbige und bildet in Ihrer vollen Reife ein gar üppiges Blattwerk mit kleinen winzigen Blüten.
Die Wurzel gleicht der der Ginsengwurzel, welche ich in meiner Abhandlung über die Applicatio REL WIS bereits erläutert habe.
Jedoch ist die Alraunenwurzel eher einer dunkelbraunen bis rötlichen Färbung. Die Wurzel selbst ist genießbar, jedoch nicht von sonderlich gutem Geschmacke.
Die Kraft welcher dieser Wurzel entspringt vermag es, die Kraft und die Energie in einem selbst zu foccusieren, also zu bündeln und sogar zu erhöhen.

Das Verbum Arcanum der Applicatio REL POR:
Selbiges Verbum Arcanum setzt sich zusammen aus den Sylabeln REL und POR.
REL selbst beinhaltet die Kraft des Veränderns, des Wechsels, der Manipulation.
POR hingegen beinhaltet die Kraft der geradlinigen Bewegung.
Zusammen bewirken selbige Worte die Kraft einen Selbst von einem Ort zu einem anderen zu transportieren.

In meinen Studien stellte ich fest, daß man diese Applicatio nur auf sich selbst anwenden kann und nicht auf einen Probanden.
Man erfaßt das Ziel, zu welchem man sich bewegen möchte, mit dem Auge und konzentriere sich auf diesen Punkt, man spreche die Worte der Magie und bewegt sich sodann an die mit dem Auge erfaßte Stelle.
Kann man mit dem Auge sein Ziel nicht erfassen, also wird die Sicht durch ein starres Hindernis gar beschränkt, so ist es dem Anwender auch nicht möglich, sich dorthin zu teleportieren. Auch wenn man versucht, über die Grenze der Magie, also den besagten 14 Fuß hinaus, dieser Applicatio Anwendung gedeihen zu lassen, so scheitert man auch.
An vielen Stellen des Landes erfuhr ich ein weiteres Phänomen, welches es unmöglich machte diesem Spruch Herr zu werden.
In diesen Gegenden war es schier unmöglich der Applicatio einen Erfolg angedeihen zu lassen, da diese Orte einem Bann unterlagen.
Ich möchte hier zwei Orte nennen und zwar die Insel Buccs Dean und eine Bergregion, den Ettin Bergen.

Was jedoch geschieht genau bei dieser Applicatio ?
Genaueren Beobachtungen meiner stellte sich nun die Frage, wie es denn gar möglich sei, daß ein Körper in seiner zwar beweglichen, jedoch im Grunde zusammenhängenden Substanz, sich von einem Ort zu einem Anderen transportiert.
Ich beobachtete bei einem Studienkollegus diese Applicatio, als dieser selbige anwand.
Was mich in dieser Beobachtung verwunderte und dies tat es bereits auch im Vorfelde in eigenen Anwendungen dieser Applicatio, daß sich jedesmal eine Gaswolke bildete, welche meinen Körper umschloß und am Zielorte wieder freigab. Was hatte es nun mit dieser Wolke auf sich und welche Bewandtnis hatte sie.
Um nun die Zusammensetzung dieser Wolke genauer auf den Grund gehen zu können, bedurfte es meiner, daß Gas einzufangen.
Da dem Gas kein giftiger Ursprung entsprang, da Blutmoos, als auch die Alraunewurzel und auch die Sylabeln REL und POR nicht der Vergiftung einhergingen, dachte ich mir, die einfachste Methode anzuwenden, diesem Gase Herr zu werden.
Ich nahm ein kleines Reagenz in meine linke Hand, konzentrierte mich auf ein Ziel und sprach die Worte der Magie REL POR, auf das ich zu meinem fixierten Ziel gebracht wurde.
Dort angelangt atmete ich dieses Gas in meine Lungen ein, welches einen bitterlich süßem Geschmack gleich kam, jedoch mit nichts vergleichbar gewesen wäre. An meinem Zielort angelangt blies ich unter leichtem Hustenreize selbigen Lungeninhalt nun in das Reagenz, welches ich mit einem Korken schloß.
Ich eilte daraufhin in mein Haus und errichtete eine Anordnung von verschiedensten Gefäßen und Reagenzien.
Meinen Forschungen zu Folge ergab sich jedoch, daß dieses Gas nicht weltlichem Ursprunges sein konnte, also nicht aus diesem Planum stammt.
Unter fingerlich schwierigen Bedingungen füllte ich einen Teil des Gases in ein Reagenz und einen Teil in ein anderes Reagenz.
Ich legte alles an Kräutern beiseite, so daß diese ein Ergebnis nicht verfälschen könnten. Dann warf ich einen Borkenkäfer in eines der beiden Gläser und verschloß dieses wieder flink mit einem Korken.
Da es bereits spät war, schloß ich meine Arbeiten für diesen Tag ab und begab mich zur Nachtruhe.
Am nächsten Morgen, frisch gestärkt, ging ich wieder ans Werk meiner Studien und stellte erstaunt fest, daß der Borkenkäfer im Reagenzglas tot war, in selbiges, in welches ich in am Vortage steckte.
So holte ich ihn aus dem Reagenz heraus.
Worauf er zu Staub zerfiel.
Was also war geschehen, hatte es eine Bewandtnis mit diesem Gase ?
Weshalb zerfiel er zu Staub und warum verstarb der Käfer, wo doch das Gas selbst als nicht giftig einzuordnen gewesen war.
Ich stellte weitere Forschungen mit dem von mir isolierten Gas an und anderen kleineren Wesen, welchen ich der Menge meines Gases aussetzen konnte.
Ich kam immer zu selben Ergebnissen.
Jedoch stellte ich folgendes fest, die Körper dieser Kreaturen, meist Käfer und solches Krabbelgetier, trockneten vollständig aus.
Somit besaß dieses Gas, die Möglichkeit einen Körper auszutrocknen.
Nun stellte sich mir wiederum die Frage, weshalb ?
Hatte es einen Grund, warum dem so sein mußte ?
War dies das Geheimnis der Applicatio REL POR und inwiefern ?
Da ich diese Applicatio in Ihrer vollen Vollendung nur an mir selbst probieren konnte, so startete ich Versuche an meiner selbst.
Ich bemerkte, daß mir nach häufigen Anwendungen dieser Applicatio immer dürstete.
Also eilte ich zurück in mein Haus und trank aus einem Kruge mit Wasser, wobei ein Tropfen neben dem noch mit dem isolierten Gase gefüllten zweiten Reagenz fiel. Ich beobachtete, wie dieser Tropfen Wasser über den Tisch lief, wie flüssiges Metall, auf das Reagenz zu, wo es angekommen verharrte und man konnte sich dem Eindruck nicht entreißen, es wolle ins Reagenz hinein.
So öffnete ich das Reagenz und füllte einen Tropfen des kühlen Nasses in das Reagenz, worauf unter leichtem Zischen, ähnlich dem Geräusche welches man vernimmt, wendet man die Applicatio REL POR an, das Wasser verschwand, das Gas im Reagenz nach oben schoß aus dem Reagenz hinaus und sich an der Decke des Zimmers verflüchtigte, worauf unter einem weiteren Zischen sich ein Tropfen Wasser bildete und langsam zu Boden sank.
Der Tropfen Wasser war eindeutig kleiner geworden, als dieser, welchen ich zuvor ins Reagenz, mit dem zu diesem Zeitpunkt noch beinhalteten, isolierten Gases, tat.
Nun erklärte sich vieles und ich möchte nun hier meine These aufstellen, auf das sie im Kollegium Gehör und Anerkennung finde.

Meinen Vermutungen zu Folge bildet die Applicatio eine Gaswolke, welche dazu im Stande ist, dem lebenden Körper all seine Flüssigkeit zu entziehen, die dann übriggebliebenen, sagen wir trockenen Bestandteile des Körpers, zu binden vermag und diese an den zuvor fixierten Ort zu bringen, welches durch die Sylabel POR begünstigt und beschleunigt wird.
Diese Wolke schützt die Zusammensetzung des lebenden Wesens durch die benutzte Paraphenalie Blutmoos und die Paraphenalie Alraune, dadurch, daß die daraus resultierende Geschwindigkeit nicht zum Tode des Anwenders führt. Dieses Gas nimmt in sich den lebenden Körper auf und bewegt sich mit großer Geschwindigkeit zum zuvor fixierten Ort.
An diesem Ort angekommen gibt dieses Gas den lebenden Körper frei und setzt ihn in seiner Struktura wieder zusammen, behält jedoch einen Teil des im Wesens beinhaltenden Wassers ein, wodurch der entstehende Durst meiner in meinen Studien zu erklären ist.
Die Sylabel REL verinnerlicht hier lediglich die Fixierung des mit dem Auge erfassten Zieles, auf welches man sich zubewegt.

Hiermit möchte ich meine Studien zur Applicatio REL POR schließen.

Lisuar Gwiri