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Datum: 25.02.2017
Autor: Faight Gorham
Thema: Semantik
Titel: Syntax der Lingua Magica – Revision II –
Ein ergänzende und teilweise widersprechende Thesis zur „Morphologie der Sprache“ von Eirias Cylflychwyr.

Vorwort

Mittels der Aussprache semantischer Sätze assoziiert der Applicant Focus und Wirkung einer Applicatio. Diese werden allein durch die Bedeutung der Einzelworte und deren Syntax definiert. Die Syntax folgt einigen festen Grundregeln die bei der Aussprache jeglicher Satzgefüge zu beachten sind. Diese Regeln suche ich mit dieser Abhandlung zu greifen und zu verdeutlichen. Eine neben dem Syntax bestehende ausgefeilte Grammatik wie bei uns bekannten Sprachen existiert nicht.

Wortformen

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen semantischen Verbae, Substantivae, Adjectivi und Adverbae. Das Verbum definiert immer die gewünschte Aktion, den Focus. Das Substantivum bestimmt das Ziel auf das der Focus sich richtet. Adjectivi umschreiben die weiteren Eigenschaften eines Substantivum in Bezug auf die Wirkung der Applicatio. Adverbae auf der anderen Seite beschreiben die weiteren Umstände des Focus selbst.

Allgemein gilt, dass jedes semantische Wort theoretisch jedweder Form annehmen kann, wobei die Aussprache immer erhalten bleibt. Begrenzt ist diese Adaptivität allein durch die Adaptibilität des Applicanten selbst, denn dessen Assoziation ist es die letztendlich die Wirkung definiert. So ist es beispielsweise bislang noch niemandem gelungen eine verbale Assoziation des Wortes Vas zu finden.

Exemplum:

Por Ort Grav – Bewege Magisches Feld (Por als Verbum)
An Por – Negiere Bewegung (Por als Substantivum)
In Por Ylem – Erschaffe bewegte Materie (Por als Adjectivum)
Ort Por Ylem – Bewege auf magische Weise Materie (Ort als Adverbum)*
*es gibt keine bekannte Applicatio die Por als Adverbum nutzt

Stellung und Bezug der Worte

Jeder semantische Satz muss ein und auch nur ein Verbum enthalten. Zusätzliche Worte dienen einzig der näheren Umschreibung und sind rein optional. Hierbei können von jedem Typus beliebig viele Instanzen vorkommen, Adjectivi jedoch nur in Kombination mit einem Substantivum.

Adverbae und nur Adverbae stehen einzig vor dem Verbum, und beziehen sich auch direkt und additiv auf dieses. Adjectivi beziehen sich immer additiv auf das nächste folgende Substantivum. Die Substantivae ergänzen sich additiv zum Ziel des Fokus.

Ein semantischer Satz folgt also immer folgendem Muster:

Verbum < Substantivum> < Substantivum> …
* in <> markierte Worte sind optional.

Exempli

Exemplum für ein Adverbum in Bezug auf ein Verbum:

Vas Flam – Grosses Verbrennen
Verbum: Flam (Verbrennen)
Adverbum in Bezug auf Verbum: Vas (gross)

Exemplum für zwei Adverbae in additivem Bezug auf das Verbum:

Vas Ylem Rel – Grosser materieller Wandel
Verbum: Rel (Wandeln)
1. Adverbum in Bezug auf Verbum: Vas (gross)
2. Adverbum in Bezug auf Verbum (additiv): Ylem (materiell)

Exemplum für ein Adjectivum in Bezug auf ein Substantivum:

In Por Ylem – Erschaffe bewegte Materie
Verbum: In (Erschaffen)
Substantivum: Ylem (Materie)
Adjectivum in Bezug auf Substantivum: Por (Bewegung)

Exemplum für zwei Subjectivae:

An Lor Xen – Negiere das Licht einer Kreatur
Verbum: An (Negiere)
1. Substantivum: Lor (Licht)
2. Substantivum: Xen (Kreatur)

Exemplum für mehrere Subjectivae in Kombination mit verschiedenen Adjectivae:

Kal Vas Xen An Flam – Beschwöre grosse Kreatur des negierten Feuers (des Wassers)
Verbum: Kal (beschwöre)
1. Substantivum: Xen (Kreatur)
2. Substantivum ergänzend zum 1. Substantivum: Flam (des Feürs)
1. Adjectivum in Bezug auf 1. Substantivum: Vas (gross)
2. Adjectivum in Bezug auf 2. Substantivum: An (negiert)

Anwendung

Wie erkennen wir nun welches Wort welchen Typus annehmen muss?

Zuerst muss der Focus also das Verbum gefunden werden. Der Focus beschreibt immer die Aktion die im Endeffekt durchgeführt werden soll und ist dadurch relativ leicht erkennbar. Bei Vas Flam par Exemplum ist das Brennen das was bewirkt werden soll, bei Kal Xen entsprechend die Beschwörung und bei Vas Corp Por das Töten.

Ist der Focus gefunden sind automatisch alle Worte vor dem Focus als Adverbae definiert, also als Definition der Eigenschaften des Focus selbst und müssen auch als solche interpretiert werden. Bei Vas Ylem Rel zum Beispiel beschreiben die Worte Vas und Ylem also das Rel direkt und können nicht für sich stehen. Daher muss die korrekte Übersetzung Grosses materielles Wandeln lauten und nicht wie üblicherweise angenommen Grosser Wandel von Materie.

Das letzte Wort einer Applicatio ist, ausser es ist das Verbum selbst, immer ein Substantivum und bestimmt somit die Eigenschaft des Ziels. Nun gilt es zu entscheiden ob die verbleibenden Worte zwischen Verbum und Substantivum Adjetivi, also in Bezug auf das Substantivum stehend, sind oder weitere eigenständige Substantivae. Dies entscheidet sich durch den Bezug des Verbums. Somit bezieht sich par Exemplum in der Applicatio An Lor Xen das Verbum definitiv auf das Wort Lor und nicht Xen, weswegen Lor als eigenes Substantivum definiert werden muss. Anders verhält es sich bei der Applicatio In Por Ylem wo sich das Verbum auf das Wort Ylem bezieht und Por einzig eine begleitende Eigenschaft des Substantivum Ylem wiedergibt.

Problemfälle

Ex Uus und Vas Ort Grav sind die offensichtlichen Problemfälle dieser Theorie, weswegen ich explizit auf beide Applicationes eingehen werde.

Ex Uus wirkt wie folgt: Die Reflexe und Agilität der Zielperson werden gestärkt wodurch ihre Körperliche Freiheit erhöht wird. Naheliegende Übersetzung der Worte wäre also: Erhöhe Freiheit. Doch ist diese Übersetzung so nicht korrekt, da hierbei das Focuswort Uus wäre und Ex als Adverbum definiert wäre was in der Übersetzung Befreites erhöhen resultieren würde. Korrekter ist Ex als Focus anzusehen und Uus als begleitende Eigenschaft, was in der Übersetzung Befreie durch Erhöhung oder frei übersetzt Befreie durch Stärkung resultiert. Dies mag kompliziert wirken doch wenn man sich das Hauptziel der Applicatio vor Augen hält, nämlich Beweglichkeit und dadurch Freiheit zu schaffen, ist es fast naheliegend Ex als Focuswort anzusehen.

Vas Ort Grav wirft ein anderes Problem auf nämlich das scheinbare Fehlen eines Verbum. Alle Worte der Applicatio sind in ihrer Bedeutung unmöglich als Verbum zu nutzen und doch kann eine Applicatio nicht ohne Focus existieren.

Um eingehender darauf einzuehen muss vorerst die genaue Wirkung des Por Ort Grav geklärt werden, welcher einen dem Vas Ort Grav ähnlichen, doch abgeschwächten Effekt bewirkt. Durch diese Applicatio wird ein bestehendes magisches Feld bewegt und es entsteht Reibung. Durch die Reibung wird die Energie die durch diese Felder fliesst umgeleitet und auf das Ziel abgeleitet. Der Laie mag sich nun fragen welche Art Feld hierdurch bewegt wird, wo doch nichts geschaffen wird. Die Antwort ist naheliegend, so ist das Feld nichts weiter als der Himmel selbst, ein Muster von Luft, Staub und Wasser, welches durch Reibung an benachbarten solchen Feldern Energien freisetzt. Auf genau diese Weise wird auch der natürliche Blitz bewirkt. Die Applicatio bedient sich also eines Tricks aus der Natur um eine solch ungeheure Kraft freizusetzen.

Der Kettenblitz muss nun jedoch aufgrund des Fehlens des Wortes Por anders verursacht werden. Die notwendige Energie kann nicht durch Reibung freigesetzt werden, da keine Bewegung bewirkt wird. Genauso wenig wird etwas geschaffen oder umgeleitet, nein es muss in der Natur des Feldes selbst liegen. Nehmen wir nun an Ort wäre tatsächlich der Focus der Applicatio, somit würde sich das was bewirkt werden soll auf das bestehende Feld bestehen und „gross“ beziehungsweise ausgedehnt sein. Ort umfasst in seiner Bedeutung alles Magische, Arkane und dadurch auch die Fluktuation Astraler Energetica. Wird nun diese in einem irdischen Feld direkt beeinflusst so wäre es möglich das jenes Feld „überladen“ wird. Ein derartiges Feld kann diese Energie nicht halten und sie wird zwangsweise abgeleitet auf alle sich in der Nähe aufhaltenden Zielpersonen, ausgeschlossen des Applicanten.

Somit schliesse ich das Ort in der Tat der Focus und damit das Verbum darstellen muss, so obskur es auch übersetzt klingen mag, es ist das mir einzig logisch erscheinende. Zu bemerken ist noch, dass gerade das Gebiet der naturaggressiven Zauber bisweilen mit am dürftigsten erforscht ist, obgleich (oder gerade deswegen?) es alltäglich eine extreme Potenz aufweist. Die Zeit wird uns lehren.

Schlusswort

Somit kommen wir zum Ende dieses Traktates. Sein Zweck war es dem Interessierten die Analyse diverser Arkaner Sätze zu erleichtern und vor allem zu vereinheitlichen. Eine kongruente Syntax muss bestehen um Unstimmigkeiten bei der Analysis zu verhindern.